Ein Girokonto trotz Schufa-Eintrag?

girokonto trotz schufaVor einer Kontoeröffnung ist es seitens der Banken üblich, dass sie eine Bonitätsprüfung von dem Kunden durchführen, um Auskunft über dessen Zahlungsverhalten zu erhalten und sich in gewisser Weise damit abzusichern.

Bis vor kurzem war es noch so, dass dem Kunden bei einem negativen Schufa-Eintrag in den meisten Fällen eine Kontoeröffnung verweigert wurde und dieser das Nachsehen hatte.Doch seit 2014 hat jeder EU-Bürger das Recht auf ein Konto auch bei negativen Schufa Einträgen.

Durch die Einführung eines Basiskontos ist demnach seit letztem Jahr jede Bank verpflichtet, jedem Antragsteller ein Konto auf Guthabenbasis anzubieten – trotz negativer Schufa.

Was eine Schufa-Auskunft beinhaltet

Grundsätzlich prüft jede Bank vor der Kontoeröffnung die Bonität seines Kunden – in der Regel durch eine Schufa-Abfrage. Die Schufa Holding AG ermittelt und speichert sämtliche, finanzrelevante Daten von mündigen Bürgern und kann somit die Zahlungsmoral der Kunden belegen.

Zu den relevanten Daten gehören u.a. Kontaktdaten, Geschäftsdaten über bereits abgeschlossene Kredite oder Leasingverträge, das jeweilige Zahlungsverhalten, amtliche Bekanntmachungen wie ein mögliches Insolvenzverfahren und die bisherigen Schufa-Abfragen.

Demnach dient die Schufa-Abfrage den Banken in erster Linie zur Absicherung, denn ein klassisches Konto gewährt üblicherweise auch einen Dispo. Das ist ein Kredit, bei dem das Konto auf bis zu zwei Monatsgehältern überzogen werden kann.

Da bei einem negativen Schufa-Eintrag verständlicherweise im Zusammenhang eines Dispokredites Bedenken seitens der Bank bestehen, erhalten diese Kunden kein klassisches Girokonto, sondern ein Basiskonto trotz negativer Schufa.

Ein Basis-Guthabenkonto ohne Schufa-Auskunft

Im Gegensatz zu einem handelsüblichen Giro-Konto wird bei einem Basis-Guthabenkonto keine Schufa-Auskunft eingeholt und funktioniert ausschließlich auf Guthabenbasis.

Das heißt, das Konto kann nicht überzogen werden und besitzt demzufolge keinen Dispo. Dieser Fakt kann durchaus als Vorteil gesehen werden, denn wer sein Konto nicht überziehen kann, wird auch nicht so leicht in die Schuldenfalle geraten. Zudem kann jeder EU-Bürger solch ein spezielles Girokonto ohne Schufa eröffnen und hat damit nur Zugriff auf Geld, welches er auch einzahlt.

Zusätzlich entfallen bei einem Basiskonto die hohen Überziehungszinsen und der Kontoinhaber kann abgesehen von dem Dispo alle üblichen Leistungen und Services des Bankkontos nutzen. Wer demnach einen negativen Schufa-Eintrag besitzt, muss mit dieser Alternative also nicht verzweifeln.

Das gilt es zu beachten

Auch bei einem Girokonto trotz negativer Schufa gilt es einiges zu beachten, so dass Experten dazu raten, auch bei dieser Kontoart einen Vergleich der Angebote zu vollziehen. Die Gebühren für die Kontoeröffnung können von Bank zu Bank variieren, ebenso wie die Gebühren für Überweisungen oder andere Leistungen.

Antragsteller sollten zudem auf die Guthabenzinsen sowie den effektiven Jahreszins achten, der die Gesamtkosten umfasst. Bei vielen Banken gibt es zudem für die Eröffnung eines solchen Basiskontos mögliche Eröffnungsboni, von denen die Kunden ebenfalls profitieren können.