Kündigung – was nun? Damit die Kündigung nicht zur Schuldenfalle wird

Agentur für ArbeitStellenabbau, Pleite, Personalverlagerung:

Die Angst vor einer Kündigung wird mit diesen Worten in Kombination mit der schlechten Wirtschaftslage immer größer.

Tritt der Fall der Fälle dann tatsächlich ein, stellt dies einen bedeutenden Einschnitt in das bisherige Leben dar.

Der Verlust des Arbeitsplatzes und der damit verbundene Wegfall des bisherigen monatlichen Einkommens werfen bedeutende Existenzfragen für den Gekündigten auf. „

Wie soll es weiter gehen?“, „Wie soll ich meine Familie ernähren?“, „Was passiert jetzt?“, sind nur einige der Fragen, die den Gekündigten quälen.

Die Angst, den Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten zu können und in die Schuldenfalle zu rutschen, ist groß. Viele Betroffene tendieren im Falle einer Kündigung dazu, den Kopf in den Sand zu stecken, doch genau das ist die falsche Reaktion.

Im Falle einer Kündigung ist schnelle Reaktion gefragt, nach drei Wochen gilt eine Kündigung nämlich automatisch als akzeptiert. Es ist also wichtig, schnell zu reagieren und sich über seine Rechte als Arbeitnehmer zu informieren.

Kündigungsschutz: In diesen Fällen ist eine Kündigung ungültig

Erst einmal ist es wichtig zu wissen, dass eine Kündigung nur rechtswirksam ist, wenn sie schriftlich erteilt wurde. Eine mündlich ausgesprochene Kündigung ist immer unwirksam.

Doch auch bei einer schriftlichen Kündigung muss der Arbeitgeber eine Vielzahl an Details beachten, damit die Kündigung gültig ist. Sogenannte Formfehler in der Kündigung können die Position des Gekündigten sehr verbessern.

Eine detaillierte Beschreibung dieser Formfehler finden Interessierte beispielsweise auf http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/leitfaden-sie-werden-gekuendigt-was-nun-a-858226.html.

Im Arbeitsrecht sind drei Arten von Kündigungen verankert: eine Kündigung aus verhaltensbedingten Gründen, eine Kündigung aus betriebsrechtlichen Gründen und eine Kündigung aus personenbedingten Gründen. Eine genauere Erläuterung der verschiedenen Kündigungsarten finden Interessierte beispielsweise hier.

Falls der Verdacht besteht, dass die Kündigung willkürlich oder aus anderen rechtlich nicht relevanten Erwägungen ausgesprochen wurde, kann eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht eingereicht werden. Dazu sollte beachtet werden, dass der Arbeitnehmer länger als sechs Monate im Betrieb beschäftigt sein sollte und der Betrieb mehr als 10 Beschäftigte haben sollte.

Hier sollte gleichzeitig auch immer ein Rechtsanwalt spezialisiert auf Arbeitsrecht hinzugezogen werden, der die Kündigung prüfen und den Gekündigten für weitere Schritte beraten kann.

Es sollte auch beachtet werden, dass es Spezialfälle gibt, die eine Kündigung von vornherein ausschließen. Schwangere Frauen bis vier Monate nach der Geburt und auch Väter, die Elternzeit beantragt haben, sind beispielsweise unkündbar.

Abfindung: Ein kleines Geldpolster für den Neustart

Sollte eine Kündigung tatsächlich rechtskräftig sein, so sollten Gekündigte auf jeden Fall das Thema Abfindung gut durchdenken. Wenn das monatliche Gehalt wegfällt, kann nämlich eine Abfindung für die ersten Monate so einiges erleichtern.

Für die Abfindungshöhe existiert eine Daumenregel, die besagt, dass das halbe Bruttogehalt pro Beschäftigungsjahr eine angemessene Abfindungssumme darstellt. Auch hier ist aber wieder Verhandlungsgeschick gefragt. Gekündigte sollten sich gut beraten lassen, bevor sie etwas unterschreiben.

Das gilt auch für sogenannte Aufhebungsverträge. In vielen Fällen werden solche Verträge genutzt, um den Gekündigten um einen Großteil seiner Abfindung zu bringen. In einem solchen Fall ist der Weg zum Anwalt der erste und wichtigste Schritt.

Verhalten nach der Kündigung

Wurden sie gekündigt, heißt das nicht, dass sich Sie sofort arbeitslos sind. Für Gekündigte gelten Kündigungsfristen die gewahrt werden müssen und an deren Beschäftigungsdauer gemessen werden. Die genauen Fristen können hier eingesehen werden: http://dejure.org/gesetze/BGB/622.html.

Trotzdem ist es wichtig, dass Gekündigte sofort das Arbeitsamt aufsuchen und sich dort arbeitslos melden, um sich den Anspruch auf Arbeitslosengeld zu sichern. Wenn der Gekündigte in den letzten drei Jahren mehr als 360 Tage gearbeitet hat, so stehen ihm als Arbeitslosengeld 60% des letzten Nettoeinkommens zu.

Sind amtliche und rechtliche Fragen geklärt, so geht es nun auf die Suche nach einer neuen Beschäftigung. Dies ist, vor allem in der heutigen Wirtschaftslage, kein leichtes Unterfangen und kann sehr viel Kraft und Nerven kosten. Auch Scham spielt bei vielen Gekündigten eine große Rolle, viele schämen sich ihre Beschäftigung verloren zu haben und sind von Ungewissheit was die Zukunft betrifft geplagt.

Doch es ist wichtig, die Kündigung nicht als Niederlage, sondern auch als eine Chance für die Zukunft zu betrachten und nicht in Panik zu geraten. Nun ist die Zeit aktiv zu werden, sich vielleicht sogar beruflich neu zu orientieren.

Es ist wichtig, daran zu denken, dass eine Kündigung kein Versagen darstellen muss, nicht in die Schuldenfalle führen muss und nicht immer negativ sein muss. Eine Kündigung kann auch eine willkommene Chance für einen Neustart sein.