ÜberschuldungEs ist in der letzten Zeit wieder vermehrt davon die Rede, dass die Überschuldung zugenommen hat.

Dabei wird langläufig dann von Überschuldung gesprochen, wenn der Schuldner aufgrund der Vielzahl seiner Verbindlichkeiten nicht mehr in der Lage ist, diese vollständig und regelmäßig zu erfüllen.

Die Ursachen für eine Überschuldung sind dabei vielfältig. Oft wird davon gesprochen, dass eine Überschuldung durch Arbeitslosigkeit eintritt oder die finanziellen Folgen durch Scheidung oder Krankheit sind so gravierend,

dass z.B. Kredite, die für eine Immobilienfinanzierung gewährt wurden, nicht mehr bezahlt werden können und so eine Zwangsversteigerung der Immobilie nötig wird.
Die Ursachen einer Überschuldung liegen aber in den allermeisten Fällen im alltäglichen Konsumverhalten begründet.

Gerade junge Menschen überschauen oftmals die Kosten eines neu abgeschlossenen Vertrages nicht oder denken sich, dass doch nichts dabei ist, eine Bestellung aus dem Versandhauskatalog über einen Kleinkredit zu finanzieren. Auch sind Schulden „schick“, da ja jeder irgendwie einen Kredit am Laufen hat.

Das alles wäre nicht weiter schlimm, wenn die Konsumenten in der Lage sind, ihre Ausgaben im Blick zu haben und sich nicht über Gebühr mit Krediten belasten. Aber ein Kredit zu viel, sei es auch nur, weil z.B. eine neue Waschmaschine gekauft werden muss, kann schon ausreichen, um die regelmäßige Zahlung der Raten aller Kredite zu verzögern.

Denn schließlich muss man auch an die wiederkehrenden Ausgaben für Miete und die Haushaltsführung denken. Und so wird schnell der Dispokredit des Girokontos in Anspruch genommen und einige Zeit später fallen dann Überziehungszinsen an, weil der Dispo-Rahmen ausgeschöpft wurde.

Wenn eine solche Situation eingetreten ist, verfallen nicht wenige Verbraucher in Lethargie und unternehmen nichts. Viele Betroffene zahlen die Kreditraten nicht mehr und reagieren in der Folge auch nicht auf entsprechende Mahnungen der Banken.

Die Konsequenzen aus diesem Verhalten sind gekündigte Kredite und eingeleitete Zwangsvollstreckungsmaßnahmen seitens der Gläubiger.

Bevor diese Maßnahmen aber ergriffen werden können, müssen die Banken den Schuldner mindestens schriftlich mahnen und ihn an die Zahlung der Kreditraten erinnern.

Erst dann kann ein Kredit gekündigt werden. Wird diese Maßnahme dann allerdings vollzogen, heißt das nicht, dass die Schulden dem Kreditnehmer erlassen werden. Im Gegenteil: Der Restbetrag aus dem Kredit wird sofort fällig und die Schufa erhält Mitteilung davon.

Und da in der Regel kein Kreditnehmer die Forderung erfüllen kann, leiten die Kreditgeber eine Gehaltspfändung ein oder beantragen gegen den Schuldner ein Inkassoverfahren. Auch die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung wird oftmals beantragt.

Damit all diese Folgen nicht eintreten, sei jedem Schuldner geraten, frühzeitig eine Schuldnerberatung aufzusuchen und mithilfe der Fachleute eine Lösung der Probleme herbeizuführen.